© 2015 istockphoto.com

Online-Marketing nebenbei geht nicht!

von: Benjamin Buhl Datum: am 19.02.2015
Im Zuge der Digitalisierung wächst die Diskrepanz zwischen Anbieter und Nachfrager. Höchste Zeit, den Blick auf moderne Strukturen zu richten und das eigene Unternehmen zielgerichtet in die Zukunft zu führen!

Online-Marketing? Ja klar, das machen wir auch noch … also so gut es geht, nebenbei!

Ein Satz, der gerade bei kleinen und mittelständischen Unternehmen im Beratungsalltag keine Seltenheit ist. Viel zu oft wird an dem festgehalten, was man immer schon gemacht hat, ohne dies zu hinterfragen und ohne über neue Möglichkeiten nachzudenken. Dabei ist "neu" (das Internet) genau genommen schon über 25 Jahre alt und auch die "neuen Medien" haben bereits elf Jahre auf dem Rücken.

Es zeichnet sich also eine Diskrepanz zwischen Anbieter und Nachfrager ab. Während für den durchschnittlichen Kunden und Gast der Umgang mit all den heutigen Möglichkeiten zur Normalität und dem Alltag dazugehören, erscheinen sie für manches Unternehmen noch neu und befremdlich oder werden eben "nebenbei" gemacht.

Häufigstes Anzeichen dafür ist, dass das Online-Marketing immer noch als kleine Teilaufgabe im (touristischen) Anbieteralltag gesehen wird.

Wichtigstes Kommunikationsmittel

Zu recht wird vom "Leitmedium" gesprochen, was wiederum "tonangebend" impliziert und das Web deshalb auch in seiner Gänze und mit all den Aufgaben, die damit zusammenhängen als Full-time-Job betrachtet und eingesetzt werden muss:

Aufgaben der Web-Bewirtschaftung © netzvitamine GmbH
Aufgaben der Web-Bewirtschaftung © netzvitamine GmbH
  • Analyse, Marktforschung & Controlling
  • Webdesign & Usability
  • Content Management & Content Marketing
  • Suchmaschinenoptimierung und -Marketing
  • Onlinewerbung & Display-Advertising
  • eMail-Marketing
  • eCommerce & Affiliate Marketing
  • Social Web-Marketing
  • Mobile Marketing
  • Innovationsmanagement

Kurzer Abgleich mit dem vielfachen Status quo: es wird zu wenig Personal mit zu wenig Zeit und zu wenig finanziellen Mitteln bereitgestellt. Die Hoffnung: zurücklehnen, bis der Fluch der neuen Welt irgendwann vorbei ist.

Doch dieser wird nicht vorbei gehen! Der digitale Wandel bringt einen unaufhaltsamen Transformationsprozess mit sich, der die organisationalen Rahmenbedingungen in allen Unternehmen komplett auf den Kopf stellt.

Somit haben Unternehmen spätestens in diesem Jahr nur noch zwei Möglichkeiten: entweder sie warten ab, bis alle Macht beim Nachfrager liegt, die Wettbewerber die Digitalisierung schneller ins eigene Unternehmen einziehen lassen und dadurch Marktanteile übernehmen, oder sie entscheiden sich aktiv für die Mitgestaltung der Transformation, sichern ihre bestehenden Marktanteile und konzentrieren sich auf eine langfristige Kundenbindung.

Dabei ist mehr Mut und Risikobereitschaft gefragt, als langwierige Abwägungsprozesse und ein Verstecken hinter altem Gemäuer. Der Kunde ist heute schon agiler, flexibler und aufgeschlossener gegenüber Innovationen, als viele Unternehmen. Um die beflügelte "Dienstleistung auf Augenhöhe" wirklich leisten zu können, müssen sich Unternehmer heute dort orientieren, wo sich ihre Kunden bereits befinden.

Neuronale Organisationsstrukturen mit 80% Onlinebudget

Entscheidet sich der Unternehmer also für die aktive Mitgestaltung, so ist die Akzeptanz der Digitalisierung - mit all ihren Auswirkungen - Grundvoraussetzung. Demzufolge ergeben sich für den Unternehmen im Jahr 2015 folgende Aufgaben für das Online-Marketing:

Neuronale Organisationsstruktur am Beispiel einer DMO © netzvitamine GmbH
Neuronale Organisationsstruktur am Beispiel einer DMO © netzvitamine GmbH
  • Aufstockung der personellen Ressourcen im digitalen Bereich sowie laufende Weiterbildung in digitalem Know-how – Sicherstellung einer Empathie für Markt und Nachfrage!
  • Outsourcing von Fachgebieten an Spezialisten – Ressourceneinsparung und Konzentration auf die Kernleistungen des eigenen Unternehmens!
  • Fokussierung auf die gewinnbringenden und zentralen Unternehmensaufgaben – mindestens 80% aller jährlichen Budgets in digitale Aktivitäten!
  • Konsequente Überprüfung aller bisherigen Aktivitäten und Einstampfen aller nicht zielführenden oder konversionssteigernden Maßnahmen – Zurückfahren von Messen, Printwerbung und Katalogdruck auf maximal 20% der Gesamtausgaben!
  • Tägliches Messen, Analysieren und Optimieren – Einführung strukturierter Abläufe mit Blick auf die jährliche Zielvorgabe!
  • Übertragen von Feedback aus dem Web 2.0 auf das Web 0.0 (Offline-Aktivitäten) – ausnahmslose Nachfrageorientierung!
  • Schaffung einer Agilität durch Anpassung der eigenen Organisation an die Funktionsweise des WWW und das Verhalten der Kunden und Gäste – weg von einer hierarchischen hin zu einer neuronalen Organisationsstruktur !


Dieser Artikel ist in gekürzter Fassung erstmals in der der FVW 04/15, S. 8 & 9 erschienen.



Über den Autor

Benjamin Buhl

ist geschäftsführender Gesellschafter der netzvitamine GmbH. Seine Beratungs-Schwerpunkte sind die erfolgsorientierte Konzeption digitaler Prozesse und Projekte, die Optimierung im eCommerce sowie das Online Reputation Management.

Ähnliche Artikel


© netzvitamine GmbH

#Destinationen im Umbruch – eine Vorschau auf’s …

von: Ute Dallmeier

Social Media ist für Destinationen wichtig und wer was auf sich hält, ha…

Lesen

© snapchat.com

#Snapchat

von: Alena Mergner

Die einen bekommen Herzchen in den Augen wenn sie Snapchat nur hören, di…

Lesen

© netzvitamine GmbH

#Vom Kontakt- zum Berührungspunkt: die Customer …

von: Stefan Möhler

Unser diesjähriger Vortrag auf der ITB stand ganz im Zeichen eines vertr…

Lesen

#Claims für Destinationen

von: Michael Domsalla

Was macht einen guten Claim für eine Destination aus? Wer kennt gute Bei…

Lesen



DestinationCamp 2017

Infos und News zum Programm, den Themen und Teilnehmern

Mehr erfahren zum #dchh17
© 2017 netzvitamine GmbH | Impressum | Datenschutz | Glossar