DIE EVOLUTION DES INTERNETS.

16. Juli 2012

20 Jahre Internet auf einen Blick! Dabei ist vielen schon 1 Stunde Internet zu viel. Der Vorteil: so kann ein sehr komplexes Thema auf einen Punkt gebracht werden. Wo steht das Internet gerade? Wo will es hin?

Willkommen im Kindergarten, liebes Internet!

Die bunten Linien stehen für die verschiedenen Technologien, die in einem Webbrowser genutzt werden können - die kleinen Bubble zeigen die Browser und wann sie Premiere hatten (z.B. Safari von Apple erst 2003 - in der Mitte des Bildes). Was sofort auffällt: Richtig bunt wird es erst in den letzten Jahren. Ab 2008 geht die Einführung neuer Technologien erst so richtig los. Treiber sind neue Möglichkeiten für interaktive Inhalte, Mobil und: Google Chrome. Überhaupt Chrome: ganz zum Schluß auf der Webbühne erschienen, ist er heute der beliebteste Browser der Welt. Zur Erinnerung: Microsoft führte seit 1995 den "Browserkrieg". Daraus lernen wir zwei Dinge:

  1. Die Babyjahre sind vorbei. Technisch gesehen. Was konnte der Browser bisher? Nicht wirklich viel. Schicke Bildchen. (Na ja, so schick waren sie auch nicht.) Viel Text. Genau, das Web konnte bisher richtig gut viel Text. Dafür reichten die bisherigen Technologien auch aus. Allerdings: Vor unendlichen Tagen wurde prophezeit, daß das Internet das neue Betriebssystem ist und deswegen haben Konzerne Milliarden in den Krieg um's Web gesteckt. Pustekuchen. Vergleichen wir das heutige Internet z.B. mit den Fähigkeiten eines Betriebssystems, dann ist das nur ein klitzekleiner Bruchteil. Viel Spaß im Kindergarten der richtigen IT, liebes Internet.
  2. Warum ist aber Google Chrome so erfolgreich? Er erscheint genau in dem Augenblick, indem die Browser beginnen, so etwas wie "echte IT" zu machen. Das Internet der Anwendungen hat 2008 so richtig begonnen und mit ihm Chrome und die Entwicklung Googles von der Suchmaschine zum IT- Konzern... Browser müssen jetzt nicht nur Inhalte darstellen, sondern möglichst schnell und absturzsicher Anwendungen ausführen können, auf vielen verschiedenen Endgeräten wie Fernseher, Spielekonsolen und Handys. Womit wir beim nächsten Punkt wären:

Domsalla's Law

Die zweite Funktion der Visualisierung zeigt die Entwicklung der Internetnutzer und des Datenvolumens:

Was auffällt: die Entwicklung der Nutzer folgt einem klassischen linearen Anstieg. Jeden Tag sind es ein bisschen mehr. Die Entwicklung der Daten aber, die diese Menschen bewegen, ist exponentiell.

Früher hiess es immer: die Leistung der Computerchips verdoppelt sich alle 12 Monate (Exakte Formulierung hier). Heute sieht es so aus, als würde das nicht mehr für die Rechenpower gelten, sondern für das Datenvolumen. Es verdoppelt sich alle... ach ne, exponentiell ... die Verdopplung des Datenvolumens geht immer schneller. Oder so: die Zeitspanne bis zur Vervielfachung des Datenvolumens wird immer kürzer. Oder doch so: die Menschen fangen erst jetzt richtig an, das Web zu nutzen - dafür aber wie die Irren.

Ich denke, das bleibt so: das individuelle Nutzerverhalten im Web ist nämlich explorativ. Nutzer steigen erst zögerlich ein, dann nutzen sie das Web immer intensiver und am Ende twittern sie... Was sagt uns das?

  1. Es ist furchtbar egal, wie viele Leute das Internet nutzen, es sind mehr als genug, aber was sie machen - das ist spannend. Sie informieren sich nicht nur, sie holen sich möglichst alle Inhalte in allen Formaten jederzeit aus dem Netz. Auch wenn das den Großteil der Bandbreite ausmacht, darf eines nicht übersehen werden: sie nutzen zusätzlich und immer mehr jede Menge Services. Diese Aussage korreliert hervorragend mit dem ersten Teil des Beitrages.
  2. Es geht nicht mehr um Inhalte, es geht um Prozesse, mobil, vernetzt, permanent. Egal, wie ein Unternehmen seine Schnittstelle zur Welt definiert, sie läuft über das Web. Alles wird digital. Deswegen müssen in die meisten Unternehmen dringend digitale Strategien erarbeitet werden. Denn wer kümmert sich zum Beispiel in den touristischen Unternehmen bisher darum? Das Marketing kennt sich damit kaum aus und die IT ist überfordert. Hier laufen wir auf eine echte Herausforderung zu. Auch auf Agenturseite. Die Digitalagenturen verstehen zwar etwas davon, Webauftritte nach Vorgaben des Marketings zur programmieren - aber verstehen sie auch strategische Geschäftsmodelle? Und überhaupt der Tourismus: ein klassisches Kataloggeschäft. Wenn alle Kataloge multimedial im Netz sind, ist es dann geschafft? Hört die Internetevolution dann auf?

Das Web mag gerade im Kindergarten in der kleinen Gruppe sein - aber es ist das größte kleine Kindergartenkind der Welt. Selbst mit dem bisschen, dass es bereits kann, hat es die ganze Welt bewegt. Zeigen wir ihm, was es da draussen noch so alles gibt.

Die komplette interaktive Übersicht 'Die Evolution des Webs' kann hier aufgerufen werden.

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