Ein paar Gedanken zu Zuckerberg's "Privatsphäre nicht mehr zeitgemäß"

von: Benjamin Buhl Datum: am 12.01.2010
Die Kritik, die in den letzten Tagen auf Mark Zuckerberg's Interview kam, ist auf der einen Seite sicher nachvollziehbbar - an manchen Stellen jedoch auch etwas sehr übertrieben.
Screenshot © 2015 Facebook Inc.
Screenshot © 2015 Facebook Inc.

In einem Interview verteidigte Mark Zuckerberg, der Gründer der Social Community Facebook, die Neuerung, nach der persönliche Daten der Facebook-Mitglieder seit einem Monat in der Grundeinstellung öffentlich zugänglich sind. In den letzten Jahren habe sich die Einstellung der Leute und damit die soziale Norm verändert. Man halte es durch Blogs und andere Dienste für selbstverständlich, mehr und andere Information offener und mit mehr anderen Leuten zu teilen. Wenn er heute Facebook noch einmal gründen würde, wären die persönlichen Daten der Anwender von Anfang an auf öffentlich zugänglich voreingestellt.

Ich persönlich (und vielleicht habe ich gelernt anders mit diesen Medien umzugehen, meine eigene Philosophie entwickelt etc.) fühl mich durch diese Veröffentlichung meiner Daten nicht bedroht - ich selbst bestimme schließlich was und wieviel ich davon eingebe/bereit stelle. Die in den letzten Tagen immer wieder gelesene Aussage "Facebook macht allmählich Google in Sachen Datenmissbrauch und Verletzung des Persönlichkeitsrechts Konkurrenz" lass ich nicht gelten! Sorry, aber das kommt nahezu ausschließlich von genau den Personen, die regelmäßig solche Statusupdates/Tweets schreiben: "Langweile mich im Büro"/"Meine Arbeitskollegen sind doof"/"Hab am Wochenende zuviel Alkohol getrunken"/etc.

Grundsätzlich gilt: Das Internet vergisst nichts! Also sollte ich mir vielleicht vorher überlegen, was ich schreibe, wo ich es schreibe,... egal ob geschützte Privatsphäre oder nicht. Mir persönlich ist es ehrlich gesagt ziemlich egal, ob meine Daten, Kommentare und Meinung öffentlich dargestellt wird, weil ich hinter allem, was in den Sozialen Netzwerken von mir zu lesen ist, voll stehen kann!

Gerade gestern hatte ich wieder einmal eine interessante Diskussion darüber, ob Pressevertretern einfach meine Mobilnummer gegeben werden darf, wenn ich außer Haus bin. Hallo? Selbstverständlich! Und außerdem: Wenn irgendwer diese Nummer haben möchte, gibts da so ein Ding namens Suchmaschine - 2 Klicks und schon hab ich sie...

Also: Die Facebook-Entwicklung und die Meinung von Mark Zuckerberg (auch wenn sein FB-Profil seltsamerweise nicht ganz öffentlich ist - hmmm, nach der Aussage ;) ) kann ich im Moment nicht als gefährlich, noch als Verletzung irgendwelcher Persönlichkeitsrechte einstufen! Es ist vielleicht vielmehr eine Erziehung, sich vorher zu überlegen, was, wo und wie ich es veröffentliche, vielleicht auch wann. Und vielleicht braucht es auch die ein oder andere blutige Nase in diesem Lernprozess... Und: Ich habe immer noch die Möglichkeit bestimmte Dinge zu sperren/einzuschränken. Und das diese Einstellungen zu kompliziert sind ist auch keine Ausrede mehr, inzwischen gibt es genügend Anleitungen im Netz (Tipp: google.de - achso, das war ja der Feind, ich vergaß).

In diesem Sinne hier noch ein Ausschnitt der heise-online-Veröffentlichung mit den wichtigsten Abschnitten zum Interview (das Eingangsziti ist auch Teil davon):

  • Für den Facebook-Chef ist Privatsphäre nicht mehr zeitgemäß.
  • Wir sehen es als unsere Rolle im System an, permanent Innovationen und Updates einzuführen, die den Wandel der sozialen Normen widerspiegeln.
  • Für Facebook sei es aber wichtig, den Geist des Anfängers zu bewahren. Und weil man als Firma am Anfang die Normen so sehen würde, habe man den Wechsel jetzt durchgezogen. Read more at heise-online.mobi.


Über den Autor

Benjamin Buhl

ist geschäftsführender Gesellschafter der netzvitamine GmbH. Seine Beratungs-Schwerpunkte sind die erfolgsorientierte Konzeption digitaler Prozesse und Projekte, die Optimierung im eCommerce sowie das Online Reputation Management.

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