22. April 2026

Die Reisebranche bleibt in Bewegung – und das schneller denn je. Wir werfen einen datenbasierten Blick auf den digitalen Reisemarkt in Deutschland, Österreich, der Schweiz und erstmals auch Südtirol.

Eine zentrale Erkenntnis: Der Markt entwickelt sich nicht nur technologisch weiter – sondern auch emotional. Zwischen KI-gestützter Reiseplanung, Social Media als Inspirationsquelle und dem wachsenden Wunsch nach Ruhe, Natur und Entschleunigung entsteht ein neues Spannungsfeld, das die Branche prägt.

SUCHEN

Digitale Sichtbarkeit und die Art, wie wir Reisen entdecken, verändert sich grundlegend: Die Suche nach Reisen findet heute überwiegend mobil statt.

Gleichzeitig verändern KI-gestützte Suchergebnisse die Sichtbarkeit von Inhalten deutlich. Etwa 40 % aller Suchanfragen werden durch AI-Overviews bereits direkt in der Suche beantwortet – mit spürbaren Auswirkungen auf Klickzahlen und Website-Traffic. Für die Reisebranche beedeutet dies: Inhalte müssen nicht nur auffindbar, sondern auch relevant, strukturiert und kontextstark sein.

Parallel dazu gewinnen Soziale Medien weiter an Einfluss. Mehr als die Hälfte der Reisenden lässt sich hier inspirieren – Plattformen wie TikTok, Instagram und YouTube prägen die Reiseentscheidung. Sichtbarkeit entsteht heute dort, wo Inhalte geteilt, gespeichert und erlebt werden.




Planen

Künstliche Intelligenz ist längst im Reiseverhalten angekommen: Rund 40 % der Reisenden nutzt KI bereits für Planung und Konkretisierung, 39 % für die organisatorische Unterstützung ihrer Reise. Die Reiseplanung wird damit zunehmend digital unterstützt und gewinnt gleichzeitig an Tiefe und Individualisierung.

Bewusstsein und Entschleunigung gewinnen in der Reiseplanung an Bedeutung. Das zeigt sich vor allem in aktuellen Reisetrends wie Quietcation, Conscious Travel oder Train Travel.

BUCHEN

Die digitale Buchbarkeit ist längst zum Standard geworden. Während 2019 noch rund 33 % der Buchungen digital erfolgten, lag der Anteil 2025 bereits bei 71 %. Damit wird sie zur Grundvoraussetzung, um individuelle Reisebedürfnisse flexibel abbilden zu können. Auch Bezahlprozesse verlagern sich zunehmend in digitale Kanäle– im DACH-Raum und in Italien erfolgen inzwischen rund 80 % aller Transaktionen digital.

Gleichzeitig etablieren sich moderne Reiseformen wie Bleisure und Workation zunehmend. Die Kombination aus beruflichen und privaten Reiseanlässen gewinnt an Bedeutung, wobei insbesondere auch die An- und Abreise – etwa im Kontext klimafreundlicher Verkehrsmittel – eine wichtige Rolle spielt



ERLEBEN

Erholung bleibt das wichtigste Reisemotiv. Jede zweite Person sucht gezielt Entspannung am Meer. Außerdem steigt die Nachfrage nach Angeboten rund um Abenteuer, Musik- & Sportevents, Strandurlaub und Musik & Kultur.

Auffällig ist dabei, dass Reisende unterschiedlich tief in Destinationen eintauchen möchten. 40 % zählen zu den sogenannten "Kennenlerner:innen", die aktiv neue Inhalte aufnehmen wollen, während 37 % kein ausgeprägtes Interesse an der Destination selbst zeigen. Weitere 13 % nehmen eher eine beobachtende Rolle ein, während 10 % gezielt nach intensiven, aktiven Erlebnissen suchen .

Gleichzeitig gewinnt das bewusste Erleben vor Ort an Bedeutung – insbesondere mit Blick auf lokale Kultur, regionale Anbieter sowie den verantwortungsvollen Umgang mit Natur und Lebensraum.

TEILEN

Reiseerlebnisse werden mehr denn je digital geteilt und beeinflussen damit direkt die Entscheidungen anderer. 53 % der deutschen Reisenden lassen sich bei der Wahl ihres Reiseziels von sozialen Medien inspirieren, während rund 72 % Social Media bereits vor einer Buchung zur Recherche nutzen.

Während der Reise bleibt die Social-Media-Aktivität über alle Altersklassen hinweg hoch: Rund 50 % der Social Media-Nutzer:innen in Deutschland veröffentlichen Fotos oder Videos ihrer Reise, 35 % suchen gezielt nach „instagram-würdigen“ Orten und 64 % lassen sich bei Aktivitäten vor Ort von Social Media beeinflussen.

Ergänzend dazu spielen auch Online-Bewertungen eine zunehmend zentrale Rolle: 71 % der Reisenden geben an, dass Reiseportale ihre Wahl der Unterkunft beeinflussen, während 78 % selbst Bewertungen abgeben, wenn sie dazu aufgefordert werden.

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  • Titelbild © by Pavel Danilyuk auf Pexels
  • netzvitamineINFOGRAFIK25 (CC-BY) netzvitamine GmbH

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