"Wer suchet, dem wird gefunden" – schöne neue Suchwelt?

von: Oliver Knagge Datum: am 06.12.2012
Mit dem Start 1996 revolutionierte Google die Suchlogik im World Wide Web. Diese Logik und zahlreiche weitere Änderungen in diesem Algorhythmus machten Google über die Jahre zu einem der erfolgreichsten Unternehmen weltweit. Mit dem nun auch für Deutschland gelaunchten "Google Knowledge Graph" erwartet uns eine kleine neue Revolution.
Screenshot © 2013 Google Inc.
Screenshot © 2013 Google Inc.

Google ist schon lange keine einfache Suchmaschine mehr. Wo es anfangs noch reichte, reine Inhalte im Internet darzustellen, ist die Nutzeranforderung an eine Suchmaschine heute enorm gestiegen.

Googles Kapital sind die Nutzer, die die Suchmaschine bedienen. Nur wenn es langfristig gelingt diese User weiterhin an die Suchtechnologie zu binden, kann das Unternehmen Kontext-Sensitive Werbung im Suchergebnis platzieren. Durch die Integration von weiteren Diensten versucht Google seinen direkten Konkurrenten wie Bing und Yahoo immer einen Schritt voraus zu sein. Natürlich nicht ohne Eigennutz, denn wer die komplette Produktpalette von Google nutzt, dem kann Google personalisierte Angebote präsentieren ( Universal Search, Social Search, Search Plus your World ).

Aber nicht nur eigene Dienste werden mit der Suche verknüpft. Schon lange arbeitet Google daran auch Informationen von Dritten direkt im Suchergebnis anzuzeigen. Was mit Wetter, Währungen oder Karteninformationen begann, wird zunehmend zu einer weiteren Einnahmequelle von Google. Produkte wie die Google Flugsuche, Versicherungsvergleiche und der Hotelfinder zeigen klar in welche Richtung Google sich zukünftig bewegen wird.

Weitere Aufwertung des Suchergebnisses

Neben der erst kürzlich erweiterten sozialen Komponente (Social Search) fließt mit dem Google Knowledge Graph nun auch eine Semantik in das Suchergebnis mit ein. Der Algorhytmus erkennt nun auch die Suchabsichten und den Kontext und liefert relevante Zusatzinformationen - direkt im Suchergebnis!

Screenshot © 2013 Google Inc.
Screenshot © 2013 Google Inc.

Orte, Personen und andere Inhalte ("Things - not Strings" wie Google es nennt) werden nun in Beziehung zueinander gesetzt und mit Zusatzinformationen wie Bilder, Historie, sowie ähnlichen und verwandten Einträge visualisiert. Für den Suchenden heisst dies u.U. das bereits alle relevanten Informationen auf einen Blick sichtbar sind - ein weiteres Surfen auf Drittseiten eventuell gar nicht mehr benötigt wird.

Ferner wird die User Experience insbesondere durch das neu eingeführte Carussell aufgewertet - relevante Inhalte gelangen so als Eyecatcher in den sichtbaren Bereich, Zusatzinformationen werden verstärkt in den Fokus gebracht.

Umdenken in der Suchmaschinenoptimierung

Diese - durch den Knowledge Graph verursachte - neue Darstellung muss auch zu einem Umdenken im Bereich SEO führen. Hier spielt zukünftig die Strukturierung und semantische Auszeichnung von Webdokumenten (für SEO: z.B. über schema.org; Rich Snippets) sicherlich eine Rolle.

Nicht nur in Bezug auf die Customer Journey ist die Suchmaschine für den Tourismus von enormer Bedeutung. Der ständige Ausbau der Suchtechnologie, als auch die "Weiterentwicklung" des Unternehmens Google, wird zunehmend den Erfolg touristischer Erlösmodelle entscheiden.

Was lernen wir?

Der Wettbewerb im Suchergebnis um den letzten Klick wird härter. Aber hier finden sich auch Learnings für die eigene Webseite wieder: Wem es gelingt dem Gast relevante Inhalte im Seiten-Kontext oder der eigenen Volltextsuche zu präsentieren, wird mittelfristig Besucher auch auf der eigenen Website binden und führen können. Die Aufbereitung bedürfnisorientierter Produkte und Angebote bildet selbstverständlich die Basis, um dem User bei Google gelernte Mechanismen im Suchkontext anzubieten und die eigene Website als Wohlfühlzone zu präsentieren.

Wer hier Trends verschläft und den Anschluß verpasst, wird nicht nur von Google "abgestraft"...



Über den Autor

Oliver Knagge

studierte Umweltwissenschaften mit Schwerpunkt Geoinformatik an der Uni Vechta. Oliver unterstützte das netzvitamine Team bis Ende 2013 als Consultant.

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