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Usability first: der Google Hotelfinder [UPDATE 2011-10-18]

von: Benjamin Buhl Datum: am 18.10.2011
Den Hotelfinder gibt es ab sofort auch mit deutschen, österreichischen und schweizer Städten und Orten – probieren Sie es aus: “Hamburg”, “Berlin”, “Bad Hindelang”, “Innsbruck”, “Bern” usw. liefern Treffer vieler großer (und auch schon kleinerer) Hotels und lassen so die Funktionsweise noch viel deutlicher erleben.
Screenshot (c) 2015 Google Inc.
Screenshot © 2015 Google Inc.

Hier geht es zum Hotelfinder . Und: die Suche funktioniert auch mit ganzen Regionen. Über die Karteneingrenzung ist sogar die übergreifende Suche zwischen mehreren Regionen, Bundesländern und sogar Ländern möglich – das ist mal richtige Gast-/Userorientierung!

Eins ist damit sicher: “Experiment” wird Google zeitnah beim Hotelfinder streichen, DMOs verlieren extrem an Bedeutung im Vertrieb (zumindest in der Hotellerie; wobei die Integration Parahotellerie bestimmt nicht mehr lange auf sich warten lässt) und das, was ich bei der Flugsuche in Bezug auf die Customer Journey angekündigt habe, ist auch keine Theorie mehr…

Das Leben / Die Urlaubsplanung ist eine Suche. Und damit wird Google seinem Slogan seit gestern Abend wieder ein Stück mehr treu. Denn seitdem gibt es den neuen Hotelfinder . Auch wenn dieser vorab nur für Regionen in den USA getestet werden kann, so zeichnet sich der Weg, den Google eingeschlagen hat immer mehr ab:

  • mit dem ITA-Kauf (Flug-Metasuche) werden zukünftig Packages direkt in Google “zusammenstellbar” sein
  • mit Google+ ist ein weiterer, großer Schritt in Richtung Social Search eingeleitet worden
  • der neue Hotelfinder bildet einen elementaren Baustein der Reiseplanung ab: die Übernachtung als fundamentalste Urlaubsleistung
Screenshot (c) 2015 Google Inc.
Screenshot © 2015 Google Inc.

Schon in dieser ersten Version des Hotelfinders zeichnet sich deutlich ab, dass Google alle Kernkompetenzen mit den gewohnten und gelernten Einstellungen des Suchenden vereinigt hat – und zwar ziemlich charmant und Userfreundlich:

  • Lage: Google Maps (als nach wie vor umfangreichste Kartentechnologie) zeigt automatisch das beliebteste “Viertel” der jeweiligen Stadt an – und das per “Heatmap”. Beliebte Bereiche werden heller dargestellt als der Rest; und diese ergeben sich aus CheckIns und geolokalisierten Posts via Google+ sowie Bilder-Uploads vom Google-eigenen Bilderdienst Panoramio (ebenfalls georeferenziert). Je nach gewünschter Ergebnis-Vielfalt kann ich den Bereich beliebig erweitern und verändern -innerhalb der Karte! Und das ist das größte Ass, was Google im Ärmel hatte: die intuitive Kartenfunktion macht schon zuvor die Region ein Stück weit erlebbar und die Suche nach der passenden Unterkunft damit um einiges komfortabler als auf einigen anderen Plattformen.
  • Anreise- und Abreisedatum: übersichtliche Kalenderauswahl, wie bei allen erfolgreichen Buchungsplattformen.
  • Preis: über einen dynamischen Schieberegler lässt sich so die Trefferliste eingrenzen/erweitern.
  • Klassifizierung: einfache Buttons verfeinern das gewünschte Ergebnis.
  • Bewertung: vorwiegend wird hier auf die Places-Bewertungen der Hotels zurückgegriffen.
  • Vergleichbarkeit: die dynamische Trefferliste bietet einen schnellenÜberblick mit Bildergalerie, Preis, Kurzbeschreibung, Bewertungen, Klassifizierung und Lage.
  • Shortlist: um sich interessante Hotels zu merken und anschließend nochmal zu vergleichen kann man diese in der “Shortlist” ablegen undjederzeitbequem wieder darauf zurückgreifen.
  • Buchbarkeit: wie schon im Hotelpreisvergleich bei Google Maps wird hier auf Expedia & Co. zurückgegriffen und die Buchungsabsichten des Suchenden direkt dorthin weitergeleitet.
  • Sortierung: die Trefferliste wird (in Abhängigkeit der Einstellungen des Suchenden) standardmäßig nach der Bewertung ausgespielt, kann aberauch auf Klassifizierung, Preis pro Nacht sowie Sonderangebote umgestellt werden.
Screenshot Google Hotelfinder Heatmap - (c) Google Inc.
Screenshot Google Hotelfinder Heatmap - © Google Inc.

Und was sagt uns das?

Wieder ein Signal mehr, dass es höchste Zeit wird für alle touristischen Unternehmen – und vor allem für die Hotellerie – ihre Places-Einträge zu claimen/verifizieren (angeben, dass man der Eigentümer ist) und/oder die Einträge zu optimieren:

  • Bildergalerie (bestenfalls Panoramio UND Picasa)
  • Videos (per eigenem YouTube-Account)
  • Kontakt- und Adressdaten
  • Beschreibungstexte

Außerdem sollten sich alle (kleineren) Gastgeber so allmählich die Frage stellen, woher sie zukünftig ihre Buchungen bekommen möchten, wenn sie immer noch nicht online auf den wichtigsten Plattformen buchbar sind (booking.com, Expedia, hotels.com, etc.)?

Dazu kommt, dass meine “Vorhersage” der Bedeutung von Google+ für die Reisebranche sicher nicht zu hoch gegriffen war, im Gegenteil: Um zu den beliebtesten Arealen in einer Destination zu gehören sind geobasierte Postings via Google+, CheckIns via Latitude , Bilderuploads via Panoramio und (viele gute) Bewertungen bei Google Hotpot von Bedeutung. Und: all diese Dinge beeinflussen nicht nur die Hotelsuche sondern auch die “Standard”-Googlesuche sowie die Interessensuche (Sparks) bei Google+. Was Sie nun tun können, um sich auf die (wohl bald kommenden) Unternehmensseiten bei Google+ vorzubereiten?

  • melden Sie sich bei Google Plus an und probieren Sie ein bisschen (mit einem privaten Profil!)
  • richten Sie einen Account für Ihr Unternehmen bei Google Mail ein (unternehmensname@googlemail.com); dient als Login für alle künftigen Google-Dienste
  • integrieren Sie den Google +1-Button auf Ihrer Unternehmenswebsite
  • beachten Sie die Punkte von oben (Placeseintrag, YouTube-Account, etc.)

Es gibt also einiges zu tun, damit Sie auch gefunden werden und nicht selbst irgendwann suchen müssen, woran es liegt, dass Ihre Gäste Sie ggf. nicht mehr finden – denn Google ist (und bleibt erstmal) die Seite No.1 im Internet… BTW: mit der Einführung des Hotelfinders wird übrigens auch deutlich, welche Rolle Metasuchmaschinen wie Trivago & Co. zukünftig spielen: keine allzu große mehr würde ich sagen. Denn die Suche beginnt nicht “im Internet” sondern bei Google (zumindest bei 90% der User in deutschsprachigen Ländern).

PS: noch eine (erste Bedeutungs-)Einschätzung: DMOs (zumindest Flächendestinationen) können sich so langsam Gedanken darüber machen, ob und wie lange sie mit Hotelbuchungen noch Umsätze generieren. Ich wage zu behaupten, dass in spätestens 2 Jahren eine Vollintegration und strategische Verknüpfung aller Googletools (Maps, Hotelfinder, Plus, etc.) weitaus rentabler sind, denn die Aufgaben der DMO ändern sich jetzt schon zusehens.



Über den Autor

Benjamin Buhl

ist geschäftsführender Gesellschafter der netzvitamine GmbH. Seine Beratungs-Schwerpunkte sind die erfolgsorientierte Konzeption digitaler Prozesse und Projekte, die Optimierung im eCommerce sowie das Online Reputation Management.

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