Twitter ist kein soziales Netzwerk? pauschale Aussage und Quatsch.

von: Benjamin Buhl Datum: am 15.05.2010
Auch Nachrichten können sozial sein. Denn Nachrichten sind Informationen. Informationen werden vom Sender an den Empfänger gegeben und heut zu Tage auch umgekehrt.
Digitaler Wandel der Tourismuswirtschaft © Johannes Leistner
Digitaler Wandel der Tourismuswirtschaft © Johannes Leistner

An sich ein interessanter Artikel, den Holger Schmidt alias der Netzökonom zu Twitter geschrieben hat. Doch um es kurz zu fassen: mir persönlich zu pauschal und Quatsch. Gerade deswegen.

Der Titel allein lässt mich stutzen - und bei allem Gerede über Umdenken und Revolution liegt genau hier der Ansatz: Auch Nachrichten können sozial sein. Denn Nachrichten sind Informationen. Informationen werden vom Sender an den Empfänger gegeben und heut zu Tage auch umgekehrt. Und damit ist es Kommunikation. Und Kommunikation ist nunmal sozial. Weil irgendwo direkt oder indirekt immer Personen dahinter stecken. Und damit hat es sozialen Charakter - mal mehr, mal weniger aber nie nicht.

Fangen wir anders an: Wenn über Twitter nur Informationen gestreut werden, die von anderen nur aufgesaugt werden ist es weniger sozial. Richtig. Nur das passiert nicht! Da ist jemand der ließt meinen Tweet und den dahinter steckenden Artikel ganz genau. Dann macht er einen Retweet - und schon ist es sozial, denn die Person hat ihn für lesenswert empfunden, sonst würde er keinen Retweet machen, oder? Und sobald dann vor "RT @..." auch noch ein kurzer Kommentar folgt ist es eine Bewertung. Eine Meinung. Eine Aussage. An den Absender aber auch an das erweiterte Netzwerk in dem Fall. Sozial einfach.

Und was ist mit Replys? Nehmen wir mal große Nachrichten-Portale aus, dann sind Replys an der Tagesordnung. Diskussionen, spannende Anregungen, Hilfestellungen uvm. Völlig unsozial natürlich. Da hat sich jemand wirklich Gedanken gemacht bei dem Titel!

Mein schönstes Beispiel ist ein englischer Gast, der vor einigen Wochen an @oberstaufen twitterte, was er denn am Wochenende für eine Schneeschuhwanderung machen könne. Er suche ein schönes Panorama, leichte oder mittelschwere Tour. Ich habe ihm geantwortet (ja, über Twitter!) und 3 Touren vorgeschlagen mit entsprechendem Link zum digitalen Tourenplaner. Er hat sich eine davon ausgesucht und sich am nächsten Tag für den tollen Tipp bedankt. Und das nicht nur über Twitter. Er hat die Tour in GoogleMaps angelegt und auch in seinem Blog darüber berichtet, was das für ein schöner Service sei, in Oberstaufen Tipps via Twitter zu bekommen. Kostenlose Werbung und zudem einen zufriedenen Gast. Mit einer Kleinigkeit, die mich 3,5 Minuten "Aufwand" gekostet hat.

Nicht sozial genug? Dann vielleicht noch das hier: Ich habe im letzten halben Jahr ca. 15 Personen kennengelernt - zuerst über Twitter und dann Live. Ich glaube 10 davon hätte ich nie ohne Twitter kennengelernt. Personen, die ich heute sehr schätze. Und umgekehrt. Man tauscht sich aus, hilft einander, diskutiert, philosophiert,... Über sämtliche Netzwerke und auch FaceToFace. Und am Telefon. Und es macht Spaß! Sozialer geht's wohl nicht.

Ich denke, dass es Zeit ist auf zu hören zu beurteilen was sozial ist und was nicht. Es ist Zeit zu zu hören, was mein Kunde möchte. Und raus zu finden wie wann und wo ich ihn erreiche. Und wenn er zufrieden ist, dann ist es das sicherste Zeichen dafür, dass es gut war. Und sozial genug. Weil sozial sein menschlich ist. Und Kommunikation sowieso.

Fazit:
Alle Social Networks sind nur so sozial wie seine User. Es interessiert gar nicht was die FAZ oder sonst wer der "Großen" meint. Und was die unter "sozial" definieren. Mein Kunde da draußen interessiert. Und der ist das Zentrum meines Handelns. Wenn ich das verstanden habe wird mein Handeln gut. Und Menschlich. Leidenschaft und Herzblut zählen. Und damit wird alles sozial. So einfach ist das!

Und hier der ausführliche Beitrag: faz-community.faz.net



Über den Autor

Benjamin Buhl

ist geschäftsführender Gesellschafter der netzvitamine GmbH. Seine Beratungs-Schwerpunkte sind die erfolgsorientierte Konzeption digitaler Prozesse und Projekte, die Optimierung im eCommerce sowie das Online Reputation Management.

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