Kommentar zur FAZ "250 Follower auf Twitter für Bewerber"

von: Benjamin Buhl Datum: am 05.01.2010
Spannend, wie sich selbst Stellenausschreibungen verändern und sich den Umbrüchen der digitalen Welt anpassen. Doch macht diese Einschränkung wirklich Sinn? Habe ich Ahnung, bin ich der/die Richtige, weil ich mehr als 250 Follwer habe?
Screenshot © 2015 Twitter Inc.
Screenshot © 2015 Twitter Inc.

Es gibt definitiv genügend Accounts, die mehr als 1.000 Leuten folgen und selbst nur 400 Follower haben...

Twittern, Facebook nutzen und Myspace-Seiten füllen - all das kann auf dem Arbeitsmarkt zu Pluspunkten führen - jedenfalls in bestimmten Berufen: Wer sich mit sozialen Netzwerken nicht auskennt, hat in einer Bewerbung auf eine Stelle im Marketing schlechte Karten.

Ich glaube, hier sollte ein wenig selektiert werden. Eine gewisse Aktivität auf Twitter voraussetzen: ja. Eine gewisse Qualität der Beiträge voraussetzen: ja. Aber eben auch die Qualität der Follower, das Verhältnis zu den Gefolgten und die Themen über was gezwitschert wird sind angebracht.

Schön ist wieder einmal das Zitat, dass es um die innere Einstellung geht: Ich persönlich glaube zwar einerseits, dass es schon Natives und Immigrants gibt, aber die gab es schon immer - bis zu einem gewissen Grad! Native ist derjenige, der mit bestimmten Medien, Geräten etc. aufgewachsen ist, für den der Umgang selbstverständlich ist - UND: der sich damit auch beschäftigen will. Es gibt genug junge Leute, die weder wissen was Twitter ist, noch was auf Facebook passiert. Die weder einen PC noch ein iPhone besitzen (Beispiele stellvertretend). Die sich aber gar nicht damit befassen möchten. Früher hat auch niemand gesagt "ich kann nicht Autofahren, weil ich ein automobile immigrant bin" oder so. Und genau da machen es sich manche enfach zu leicht: "Ich muss das nicht können, weil ich ein digital immigrant bin" - vielleicht, aber korrekt wäre "ich will das nicht können", was manchmal völlig ok ist...

Schade ist die SAP-Stellung zu Social Networks im letzten Absatz. Damit ist es aber nicht das einzige Unternehmen, das definitiv Angst hat. Ich glaube, wenn jemand wirklich Geschäftsgeheimnisse verbreiten will, dann braucht er nicht zwingend Twitter und Facebook dazu. Und dabei hat SAP wohl nicht ganz verstanden, dass es nicht darum geht Geschäftsgeheimnisse im Unternehmen zu behalten, sondern näher an den Gast zu rücken, Kommunikation auf Augenhöhe zu führen und in erster Linie zuhören und beobachten. Sicher auch für SAP interessant...

Hier Auszüge vom Artikel der faz.net:

Einstellungsvoraussetzung 250 Follower

*Die amerikanische Multimediakette Best Buy suchte im Sommer dieses Jahres einen Experten für das Marketing über neue Medien. Er sollte einen Universitätsabschluss haben, vier Jahre Führungserfahrung – und 250 Follower auf Twitter.

  • Was für die Vereinigten Staaten gilt, wird auch in Deutschland zunehmend wichtiger. Für Web-2.0-Abstinenzler brechen auch hierzulande harte Zeiten an. Die Teilnahme am „Mitmachnetz“ ist nicht mehr nur eine Option für die Freizeit. Für große Unternehmen mit einem Bezug zum Internet wird die Kompetenz ihrer Bewerber in diesen sozialen Medien immer wichtiger, wie Personalverantwortliche bestätigen.
  • „Eine Frage der inneren Einstellung“
  • Netzwerke seien insgesamt wichtig, aber nicht an exponierter Stelle. Hier überwiegt die Angst der Unternehmen, die Geschäftsgeheimnisse irgendwann auf einem Twitterkanal zu finden. In diesem Moment wären 250 Follower absolut unerwünscht.


Über den Autor

Benjamin Buhl

ist geschäftsführender Gesellschafter der netzvitamine GmbH. Seine Beratungs-Schwerpunkte sind die erfolgsorientierte Konzeption digitaler Prozesse und Projekte, die Optimierung im eCommerce sowie das Online Reputation Management.

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