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Kollaboratives Reisen - ein neues Zeitalter im Tourismus?!

von: Oliver Puhe Datum: am 13.04.2012
Für drei Tage zu zweit spontan mit der Mitfahrzentrale oder dem Audi A6 von Norbert nach Amsterdam fahren, denken sich Petra und Paul. Übernachtet wird im Szeneviertel in einem Apartment von Nora, die es bei dem Community-Marktplatz für Privatunterkünfte airbnb anbietet. Vor Ort sind die beiden mit dem Stadtrad unterwegs. Gegessen wird am Esstisch von Familie Keuner über EatWithMe, um dann romantisch eine Bootstour zu machen, die Frank bei Getyourguide angeboten hat. Ihre Erlebnisse teilt das Paar mit Ihren Freunden schon während der Reise in den Social Networks ihrer Wahl über ihr Smartphone. Ihre Freunde geben ihnen zudem in Echtzeit während der Reise Tipps für den weiteren Verlauf ihrer Tour...
Screenshot (c) 2012 Eat With Me
Screenshot © 2012 Eat With Me

Eine steigende Zahl von Reisenden nutzt auf Reisen die Möglichkeiten des kollaborativen Reisens. Einige Zukunftsstudien sehen hier gar ein neues Zeitalter im Tourismus angebrochen. Dabei geht es eigentlich um die sehr alte Idee des Teilens. Geteilt wurde schon immer. Heute aber haben sich die Rahmenbedingungen (ein wenig) verändert. So bekommt heute das Teilen einen neuen Wert, da wir ständig global vernetzt sind.

Der Wert steigt, da es heute um mehr als das geteilte Gut geht: Es geht um das so erzeugte individuelle Erlebnis, welches wiederum medial geteilt werden kann. Durch mobile Technologien wird es zudem immer einfacher eigene Erlebnisse mit Freunden zu teilen.


Sozial, Lokal und Mobil

Die treibenden Buzzwords der letzten Jahre ziehen sich auch weiterhin durch die neuen touristischen Start-Ups und Innovationen. Bei den meisten ist die vereinfachte globale Vernetzung die Grundlage der Idee. Ohne diese wären die meisten Ideen nicht möglich.

Ein wichtiger Aspekt dabei sind die heutigen Bedürfnisse vieler Reisenden. Sie suchen vor allem auf Reisen im Großstadtdschungel ihr eigenes individuelles Erlebnis abseits der Touristenmassen und Sehenswürdigkeiten. Diese authentischen Erlebnisse vermuten sie nicht im Hotel, sondern in Privatapartments, welche sie von anderen Menschen direkt mieten. So kommen sie auch in Kontakt mit Bewohnern des Stadtviertels.

Technologie als Basis

Für den Tourismus gab es schon in den letzten Jahren durch die rasanten technologischen Entwicklungen einen enormen Wandlungsprozess zu durchleben. Vor allem das Internet hatte maßgeblichen Einfluss auf die gesamte Tourismusbranche. Wir sind schon heute in der Lage uns durch eine Vielzahl von Anwendungen und Werkzeugen auf Reisen einfacher zu navigieren und zu orientieren.

Was vor ein paar Jahren mit der Internetplattform Couchsourfing begann, zieht nun immer weitere Kreise. Die meisten der nun gehypten Plattformen besitzen im Gegensatz zu Couchsurfing ein klares Geschäftsmodell und somit einen verstärkten Einfluss auf den Reisemarkt. Jeder Leistungsträger, jede DMO und jeder sonstige touristische Akteur sollte Teil dieser Bewegung sein.

Beispiele von Webdiensten zum kollaborativen Reisen



Über den Autor

Oliver Puhe

ist touristischer Innovationsberater und Trendforscher. Er studierte "Internationales Tourismus-Management" in Bremen, San Sebastian und Valencia. In seiner Diplomarbeit widmete er sich dem Thema "Faires Reisen und Travel 2.0" und analysierte nachhaltige Tourismustheorien und die Konsequenzen des Web 2.0 auf die Reisebranche und das Reiseverhalten.

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