Facebook Landingtabs - Kommentar und Gedanken

von: Benjamin Buhl Datum: am 25.08.2010
Brauchen #Facebook Fanpages von Beginn an eine Landing Page?
Screenshot © 2015 Facebook Inc.
Screenshot © 2015 Facebook Inc.

Mit Ed Wohlfahrt hatte ich bereits zu Beginn seiner Umfrage "Brauchen #Facebook Fanpages von Beginn an eine Landing Page? eine kleine Conversation auf Twitter. Ich hätte gerne mit abgestimmt, doch leider war die Antwort "Nein; Landingpages machen nur zu ganz bestimmten Zwecken Sinn." nicht dabei. Die hätte ich nämlich geklickt. Ed hat aber noch einen schönen Blogpost nachgeschoben, den ich gerne aufgreife (auch wenn ich fast alles auch als Kommentar zum Blog geschrieben habe):

Ich glaube nicht, dass sich langfristig Landingpages/Landingtabs durchsetzen, auch nicht eine wie Red Bull. Denn im Prinzip machen diese gar keinen Sinn - entscheidend sind die Beiträge der Seite und die Leute, die bereits Likies (ehemals Fans) sind. Denn das ist die Community. Und da will ich auf den ersten Blick sehen, ob diese zu mir oder ich zu denen passe. Weil wenn das nicht so ist, werde ich auch kein "Gefällt mir" klicken. Schöne und einfallsreiche Landingpage hin oder her - wie oft geh ich denn genau auf diese? Nach iLike eher selten, weil dann werde ich beliefert (die Infos kommen zum User). doch wenn da nicht das kommt, was ich erwarte ist der erste Schritt "verbergen". Und das ist doch viel schlimmer, als gar kein Likie zu werden, zumindest aus Unternehmenssicht. Weil, was bringt es mir denn 1000 Likies mehr zu haben, von denen 900 gar nicht mitbekommen was passiert?

Meiner Meinung nach gibt es sehr sehr wenige Ausnahmen, wann eine Landingpage Sinn macht. Zum Beispiel dann, wenn ich etwas neues rausbringe, das so gut wie keiner kennt (aber auch nur bedingt, keine pauschale Aussage). Dann kann ich gezielt informieren was es damit auf sich hat und dann den User entscheiden lassen, ob er Teil der Community wird oder nicht. Sicher jedoch nicht nach der "Friss-Oder-Stirb-Methode", bei der ich plakativ schreibe "hier klicken". Denn die User sind nicht doof. Die wissen schon, dass "Gefällt mir" auch "Gefällt mir" heißt. Da bedarf es keiner Anleitung.

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Und langfristig werden eh nur die Pages "gewinnen", die das richtige Gespür für Mehrwerte, den nötigen Charme, ein bisschen Pfiff und auch ein ordentliches Produkt im Hintergrund haben. Sicher nicht die mit der aufwändigsten Landingpage. Und mein Produkt kann ich zwar durch SoMe anpassen und optimieren - am und mit dem Kunden - jedoch wenn es grundsätzlich mangelhaft ist, reißt es keine SoMe-Aktivität raus. Und eben auch keine schicke Landingpage. Ich würde deshalb fast behaupten, dass 80% der Landingpages einfach mal nicht zweckorientiert sind und weiter noch: überflüssig.

Vielleicht auch noch kurz was zum Thema Brand/Marke: Auch hier wird sich einiges ändern. Denn es ist nicht richtig zu sagen "Wie führe ich meine Marke ins Social Web". Denn da ist es keine Marke. Die kann es aber werden. Und zwar einzig und allein durch Kommunikation. Wer nicht kommuniziert und über den nicht kommuniziert wird, der existiert nicht. Und nur die Summe aller Gespräche stellen eine Marke dar. Somit geht es viel mehr um Communit-Management, aus dem dann eine Markenführung im Social Web entstehen kann. Und natürlich haben es da etablierte Unternehmen leichter, mit angesagten Produkten, weil über und mit diesen sehr viel mehr und sehr viel schneller kommuniziert wird. Doch streng genommen sind es keine Marken. Das hört sich jetzt vielleicht noch etwas suspekt an (zugegeben), doch ich bin überzeugt, dass es in wenigen Jahren ganz anders aussieht. Denn andersrum: Was ist denn die Marke? Die Summe der Gespräche, das hatten wir ja schon. Aber: was wird denn gesprochen? Ist das positiv oder negativ? Welches soziale Milieu spricht da und über was eigentlich? Das ist die Marke - und nicht ein Eintrag beim Patentamt und das, was ich gerne hätte, was die Marke ist und was ich mir dick und fett in ein internes Handbuch schreibe. Und klar kann ich das als Unternehmen in gewisser Weise beeinflussen, aber nur wenn ich in Prozessen denke, weil die Marke ändert sich auch mit dem Laufe der Zeit. Dynamisch. Und da muss ich mitgehen. Und zwar nicht nur tun sondern sein.

Zum Nachlesen: hier der Beitrag von Ed (danke für die positive Erwähnung!)



Über den Autor

Benjamin Buhl

ist geschäftsführender Gesellschafter der netzvitamine GmbH. Seine Beratungs-Schwerpunkte sind die erfolgsorientierte Konzeption digitaler Prozesse und Projekte, die Optimierung im eCommerce sowie das Online Reputation Management.

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