Experten des Tourismus vereinigt Euch

von: Tobias Köppen Datum: am 08.05.2013
Vergangene Woche fand das DestinationCamp 2013 in der Hamburger HafenCity statt. Es wurde kontrovers und nachhaltig diskutiert, wie die Zukunft des deutschsprachigen Tourismus gemeinsam gestaltet werden kann. "Wir! Leidenschaft für Verantwortung." lautet das ambitionierte Fazit.
Gruppenfoto DestinationCamp 2013 © Johannes Leistner
Gruppenfoto DestinationCamp 2013 © Johannes Leistner

Die Scheuklappen des Arbeitsalltags legten die Teilnehmer am Freitagnachmittag in der ISM Hamburg (International School of Management) mit der Garderobe ab. Zu erfrischenden Drinks und stärkenden Snacks wurde sich direkt rege ausgetauscht. Man gab sich offen und gesprächsfreudig. Duzen statt Siezen. Eine Branche gibt sich gemeinschaftlich. Doch es gibt Reizpunkte.

Urlaub ist mehr als eine Reise

Die Eröffnungsveranstaltung forderte dann bereits zum Nachdenken auf. Ein Branchenfremder hält die Keynote. Psychotherapeut und Chefarzt des Asklepios Westklinikums Hamburg Prof. Dr. med. Michael Stark referierte über seine Wahrnehmung des überforderten Gastes - Urlaub zwischen Erholung und Statussymbol.

Der Vortrag gab erfrischenden Input. Aus psychotherapeutischer Sicht hatten die Teilnehmer den Gast mehrheitlich noch nicht betrachtet: Wie kann man dem Gast helfen, seine Bedürfnisse zu erkennen? Wie können seine Erwartungen und individuellen Ansprüche an den Urlaub erfüllt werden? Kein Wunder, dass Prof. Stark im Anschluss lockere Angebote für eine Zusammenarbeit zugerufen wurden.

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In der darauffolgenden Talkrunde ließ sich dann erkennen, dass es zu spannenden Kontroversen in den folgenden Tagen kommen würde. Gut, dass es mit Bernhard Lingg einen aufmerksamen Talkmaster gab.

Vertreter von DMO/LTO, Verband, Hochschule, Politik, Hotellerie und Reiseveranstalter sprachen offen ihre Meinungen aus. Leistung, Engagement und Maßnahmen der vergangenen Jahre wurden kritisch bewertet und Verbesserungsvorschläge ausgetauscht. Polarisierende Aussagen wie die Forderung einer Abwrackprämie für DMOs fielen.

Auch die immer wieder umstrittene Mehrwertsteuersenkung für die Hotellerie wurde ohne Blatt vor dem Mund aus allen Perspektiven betrachtet. Markus Tressel, Bundestagsabgeordneter im Ausschuss für Tourismus zum Beispiel musste die ein oder andere Forderung an die Politik mitnehmen, konnte gleichzeitig aber auch deutliche Aufgaben an die Repräsentanten der anderen Branchensegmente zurückgeben.

Lust auf Ergebnisse

Am Samstagmorgen ging es direkt in die Themen-Workshops. Die Moderatoren lenkten die Diskussionen, forderten die Teilnehmer und bündelten das geballte Know-how vor Ort.

Workshop Kooperation © Johannes Leistner
Workshop Kooperation © Johannes Leistner

Während den vier Sessions der sechs Workshops waren alle mit Tatkraft dabei. Alte Denkweisen traten immer wieder zum Vorschein und wurden auf die Probe gestellt. Beispielsweise wurde die Aussage "Der Gast steht immer im Mittelpunkt" heiß diskutiert. Genau dies wird seit Jahrzehnten in der Branche gelehrt, doch trifft dies auch auf die Praxis zu? Bzw. ist dies praktikabel? Sollte nicht das Produkt in das Zentrum der Überlegungen rücken? Nungut, wenn man nicht weiß, warum man etwas tut, dann braucht man sich bestimmt keine Gedanken zu machen, womit man dies machen möchte. Ziel sollte es also vielmehr sein, den Gast auch praktisch in den Mittelpunkt rücken - nicht nur in der Theorie.

Auch die Frage der zukünftigen Aufgabe von Destinationen trat immer wieder auf. Dabei waren nicht nur die Ansichten von Destinationsmanagern und Hoteliers unterschiedlich. Ein Paradigmenwechsel ist zentral zu spüren - mögliche (Neu-)Ausrichtungen gingen von der Bettenbank bis hin zu "Markenbeauftragten" für die Region.

Die Stimmung blieb trotz aller Herausforderungen fair und gemeinschaftlich. Gerade während der Pausen wurde viel gemeinsam gelacht, die Sonne und die kulinarischen Köstlichkeiten genossen.

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Ein Highlight war sicherlich der Samstag Abend: Die Krypta unter der Hamburger Michaeliskirche bot eine besondere Kulisse für das gemeinsame Abendessen. Beim Betreten dieser Räumlichkeiten umspielte ein Lächeln den Mund vieler Teilnehmer. Ob aus Zufriedenheit der gebotenen Leistung in den Workshops oder aufgrund des stimmungsvollen Anblickes der zweitgrößten Krypta Europas, die exklusiv für das DestinationCamp 2013 angemietet wurde, blieb offen...

An den festlich gedeckten Tischen wurden bei Speis und Trank die Eindrücke des Tages geteilt. Es gab genügend gemeinsamen Gesprächsstoff aus den zurückliegenden Stunden.

Mut. Zum Handeln, aber auch zum Scheitern

Folglich war es gut, dass es noch einen weiteren Tag gab. Am Sonntag wurden zunächst die erarbeitenden Ideen und Erkenntnisse der Diskussionsrunden im Plenum präsentiert. Danach ging es daran, in den Szenario-Werkstätten für die identifizierten Brennpunkte und Herausforderungen auch Lösungen zu erarbeiten. Die Debatten vom Vortag verstummten, gemeinsam wurden zukunftsfähige Ansätze entwickelt.

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Bei der Abschlusspräsentation war ein Wille zu spüren, die bevorstehenden Herausforderungen kollektiv anzugehen, mehr miteinander zu kommunizieren, mehr aufeinander zuzugehen, alte Denkmuster aufzubrechen und als Branche zusammenzuwachsen.

Doch dies wird nur denjenigen gelingen, die sich trauen, Ideen umzusetzen statt nur darüber zu reden. Mut zum Scheitern heißt also die Devise. Nur wer sich traut, aus seiner Komfortzone herauszutreten, Dinge zu verändern, Risiken einzugehen und gemeinsam an einem Strang zu ziehen, kann Veränderungen herbeiführen und schlussendlich Erfolge feiern.

Es bedarf einer Fortführung

Damit die erarbeitetenErgebnisse auch individuell weiterentwickelt werden können, stellen wir Ihnen mit diesem Blogbeitrag die vollständigen Mindmaps zum Download zur Verfügung (je Thema eine .zip-Datei mit MMAP, PDF und HTML)! Die vollständige Dokumentation des DestinationCamp 2013 werden Mitte Juni in einer Werkschau präsentiert.

DestinationCamp 2013: Themen © Johannes Leistner
DestinationCamp 2013: Themen © Johannes Leistner

Ob es im nächsten Jahr erneut ein DestinationCamp geben sollte, stand am Ende der dreitägigen Veranstaltung für viele Teilnehmer "indiskutabel" fest: Ein klares JA! Die Kreativ- und Zukunftswerkstatt im Tourismus mit ihrer Innovationskultur gepaart mit dem hohen Know-how der Branchenvertreter bleibt erwünscht.

Die Leichtigkeit und gute Stimmung der Veranstaltung wird mit in die Unternehmen genommen und hoffentlich lange anhalten. Wir! Leidenschaft für Verantwortung. hieß der Spirit des Wochenendes.

Nach dem #dchh13 ist vor dem #dchh14

Der neue Termin steht bereits fest: Vom 25. bis 27. April 2014 geht das DestinationCamp in die vierte Runde. Der Ticketkauf ist ab sofort möglich (Achtung: Stand 9.5.2013 nur noch 69 Tickets verfügbar!). Sehen wir uns 2014?

Um nicht nur die einzelnen Tage, sondern die gesamte Veranstaltung noch einmal Revue passieren zu lassen und neuen Interessierten die Atmosphäre näher zu bringen, gibt es nun auch die schönsten Bilder als Album auf Flickr.

Als krönenden Abschluss hat unser Werkpartner silberstern die Highlights der 2,5 Tage nochmal zusammengefasst: hier entlang!



Über den Autor

Tobias Köppen

schloss im Jahr 2010 das duale Studium Hotel- und Tourismusmanagement am Baltic College in Schwerin ab. Während des Bachelors arbeitete er in verschiedenen Hotelbetrieben und legte eine erfolgreiche Prüfung als Hotelfachmann ab. Von März bis Juli 2013 unterstützte er das netzvitamine Team als Trainee.

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DestinationCamp

Kreativ- & Zukunftswerkstatt
im Tourismus

Etwas bewegen, vorantreiben, Entscheider treffen, Netzwerken. Als Branchenevent hat das #DCHH die Themen der Zukunft auf der Agenda und bringt Denker, Macher und Herzblut-Touristiker zusammen.

Ticket-Verfügbarkeit

#DCHH20: 29.09. - 01.10.2020, Hamburg

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Programm

2,5 Tage volles Programm: Top-Keynote-Speaker, 12 exzellente ModeratorInnen, 6 spannende Workshops = geballtes Wissen, Input & Inspiration. On top: Austausch, Networking und jede Menge Spaß.

Di., 29.09.: Opening & Keynote, Präsentation der Sessions, Networking
Mi., 30.09.: 6 × 3 Themen-Werkstätten, Abendevent
Do., 01.10.: Szenario-Werkstatt, Fazit & Ausklang

zum Programm



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