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Ein Beispiel für die Digitalisierung des Tourismus

von: Michael Domsalla Datum: am 28.11.2011
“Near Field Communication” (NFC) wird ganz wichtig im Tourismus. Near was? Ist die Hotelrezeption nicht schon sehr “near”? Ein Begriff, der in der Fläche kaum bekannt ist, soll also sehr wichtig werden, sagt Tnooz, vielleicht DAS internationale Tourismusblog.

Nun wissen wir nicht, wann das wichtig wird, aber ganz sicher kommt das Thema schneller, als sich der Begriff begreifbar macht. Wenn die Millionen Smartphonebesitzer Ihren Supermarktbesuch mit Klick bezahlen, erwarten sie das überall.
Nun ist es sicher nicht so schwer, sich dann so ein Gerät hinzustellen, mit dem das geht. Aber ist es das, was dann erwartet wird? Geht es nur ums Bezahlen?

Stephen Vanderpool von NerdWallet stellt das Beispiel Flughafen vor. NFC dient nicht zum Buchen des Tickets, aber sonst für fast alles. Checkin und Gepäckaufgabe werden drahtlos über das Smartphone abgewickelt. Der Zutritt zur Lounge, sowie alle Käufe an Board gehen ebenso spürlos und luftig. Der weitere Transport in die Stadt wird vorab zugekauft, über NFC auf dem Smartphone gespeichert und mit Infos nach der Ankunft gelenkt und organisiert. Das Ticket ist dabei. Kein Fummeln mehr und suchen. Alles geht ohne Papier mit dem Smartphone – und selbst ohne spezielle Apps zu bedienen. Einfach und bequem.

Wenn man bedenkt, daß Bequemlichkeit die wichtigste Wirtschaftskraft ist, kann man sich vorstellen, wie schnell sich das durchsetzt, wenn es erstmal da ist. Derzeit testet z.B. New Jersey NFC zusammen mit Google anhand des kompletten Transportsystems: Bahn, Bus, Flugzeug.

Aber warum schreibe ich das hier? Damit sich alle mit NFC beschäftigen? Nein. Schauen Sie besser auf den Rest. Wenn sie alle diese Services, die NFC bietet, auch haben wollen – und das wird sicher so Standard und wichtig wie Wellnesskeller – dann brauchen Sie funktionierende Daten und Prozesse.
NFC ist so ein schönes Beispiel, weil es so einfach ist. Es macht deutlich, wie schnell sich grad noch unbekannte digitale Tools durchsetzen können. Aber dafür brauche ich digitale Prozesse.

Es geht einfach nicht um schicke Facebook- Aktionen. Es geht um die umfassende Digitalisierung unseres Lebens. Wenn Sie heute Hotel sind und “Service” denken, dann denken Sie bitte “digitaler Service”. Wenn Sie Destination sind und “Produkt” denken, denken Sie bitte “Individuelles Produkt” (ja, dafür brauche ich auch digitale Daten und Prozesse). Und wenn sie Veranstalter sind, dann denken Sie bitte beides (individuelle digitale Services und Produkte).

Das führt dann dazu, daß sie alles haben, was Sie brauchen, wenn NFC kommt. Oder irgendeine andere Technologie, deren Namen wir noch nicht kennen. Wenn die Strategie professionell ist, baut alles aufeinander auf.

Nur ein klitzekleines Beispiel: Twitter ist jetzt Teil des Applebetriebssystems. Nach dem Checkin im Hotel über NFC, kann der Gast sofort einen Tweet absetzen mit Lokalisierung und erster Einschätzung des Hotels – automatisch. Dann wissen seine Bekannten wo er ist und wie es ihm geht – und wie Ihr Hotel heisst. Das Hotel wiederum kann den Gast auf sein Lieblingsessen im Restaurant hinweisen und einen Coupon für die Massage speichern. (Das sie das Lieblingsessen da haben, liegt natürlich auch an den digitalen Daten und Prozessen. Genau wie das Wissen, daß Coupons wg. der Auslastung der Masseuse gerade wichtig sind.) Alles automatisch. Einfach so. Wenn die Prozesse installiert sind.

Und jetzt? Wie Kabarettist Fritz Eckenga so schön sagt : ”Da kannst Du in der nächsten Halbzeitpause mal ‘ne Viertelstunde drüber nachdenken. Viertelstunde nachdenken? Das schaffst Du schon. Glück auf!”



Über den Autor

Michael Domsalla

liebt Marken - und ist der dienstälteste Experte für Digitales Marketing in Deutschland. Seine Arbeitsfelder sind digitale Markenführung, Social Web, integriertes Marketing und Crossmedia- Kommunikation. Seine Leidenschaft ist der Mittelstand.

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